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Gut vernetzt – Mit Networking erfolgreich zum neuen Job

Sehr häufig werden Stellen über Kontakte vergeben. In meinem heutigen Blog möchte ich deshalb über die Bedeutung des Netzwerkens bei der Stellensuche schreiben. Dazu gibt es etliche Studien, die sich auch mit meiner Erfahrung als Beraterin decken.

Wie funktioniert die Suche über Netzwerk in der Praxis? Sie kennen vielleicht jemanden, der in einem Unternehmen arbeitet, in dem gerade ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für eine bestimmte Position gesucht wird. Ihr Bekannter gibt Ihnen einen Hinweis und Sie werden ins Gespräch gebracht oder bringen sich selbst ins Gespräch. Oder Sie kennen jemanden, der jemanden kennt und so weiter. Es kann auch der Kontakt von einem Kontakt sein. Meist geht es sogar um ein paar Ecken. Und vielleicht kennen Sie ja den Entscheider sogar direkt. Umso besser. Aber nicht nur beim Schritt aus dem jetzigen Unternehmen hinaus kann ein gutes Netzwerk helfen, sondern auch bei der beruflichen Entwicklung innerhalb des Unternehmens.

Was sind die Vorteile vom Netzwerken bei der Jobsuche?

  1. Sie sind häufig vorne dabei, oft noch bevor die Stelle offiziell ausgeschrieben wird.
  2. Über Ihre Bekannten haben Sie sozusagen eine Art Empfehlungsstatus. Das heißt, man geht davon aus, dass Ihnen Ihre Kontakte nicht von der Stelle erzählen würden, wenn Sie dort nicht passen würden. Denn: Es fällt ja auch auf sie zurück.
  3. Sie erfahren über Ihre Bekannten schon einiges über den Bereich und die Stelle. Mit diesen „Insider-Informationen“ können Sie zum einen prüfen, ob Sie sich überhaupt bewerben wollen. Und zum anderen können Sie sich natürlich viel besser auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten.
  4. Wenn Sie und Ihr zukünftiger Chef bzw. Chefin das Gefühl haben, dass „es passt“, wird die Stelle häufig nicht mehr ausgeschrieben. Und selbst wenn sie offiziell ausgeschrieben werden muss, können Sie sich vorstellen, auf welches Profil hin die Anforderungen zugeschnitten werden? Richtig – auf Ihres! Man mag diese Praxis ethisch-moralisch nicht teilen, denn auf der anderen Seite machen sich viele Bewerber unnötig Arbeit und Hoffnungen, obwohl die Entscheidung quasi schon feststeht. Hier plädiere ich für offene und faire Bedingungen. Wenn schon Ausschreibung, dann gleiche Chancen für alle. Wenn Ihr Profil aber passt, sparen sich alle Beteiligten ohne Ausschreibung viel Arbeit.

Aus meiner Sicht sind zwei zusätzliche Aspekte bei dem Thema wichtig: Zum einen, dass Sie frühzeitig damit anfangen, Ihr Netzwerk zu pflegen. Und zum anderen, dass Sie es nicht aus Eigennutz, sondern mit dem Gedanken an gegenseitiges Geben und Nehmen tun. Oder noch besser: einfach weil man gerne im Kontakt miteinander ist. Aus meiner Sicht spüren Menschen, ob Sie ein echtes Interesse an Ihnen haben oder nur als „Kontaktsammler“ unterwegs sind, wie man es inzwischen in diversen Netzwerken immer häufiger erleben kann. Denn was glauben Sie, wer eher an Sie denkt, wenn er von einer interessanten Stelle „Wind bekommt“? Ihr 687. Kontakt  eines elektronischen Netzwerks oder jemand, mit dem Sie seit Jahren im gleichen Verein spielen? Oder Ihre frühere Klassenkameradin, mit der Sie sich ab und zu auf einen Kaffee treffen oder mit der Sie zumindest zu Weihnachten und Ostern eine ehrlich-echt gemeinte „Wie geht es Dir“-Mail austauschen? Ich glaube, die Antwort steht für sich.

Im Wort „Netzwerk“ steckt das Wort „Werk“. Und das heißt, Arbeit im positiven Sinn. Ein echtes Werk schafft man nicht in ein paar Tagen oder durch ein paar Klicks. Und schon gar nicht unter Zeitdruck, weil man vielleicht dringend neue berufliche Optionen sucht und merkt, dass man dazu Kontakte gut brauchen könnten. Ein Netzwerk, das einen vielleicht auch in schlechten Tagen trägt, braucht aus meiner Sicht solide Seile, die gut geknüpft sind. Manche Klienten sagen, dass Sie sich im Nachhinein lieber öfter mit dem einen oder anderen Kollegen aus der Nachbarabteilung zum Mittagessen verabredet hätten, als sich weiter wie besessen durch den Stapel auf dem Schreibtisch durchzuarbeiten.

Aber nur Mut. Selbst wenn Sie bisher Ihre Kontakte vernachlässigt haben, es ist nie zu spät, damit anzufangen. Und vielleicht denken Sie, dass Sie kein Netzwerk haben? Hier ein Tipp: Holen Sie sich ein großes Papier, am besten in Flipchartgröße, und erstellen Sie eine Mindmap mit allen Ihren Kontakten (falls Sie noch nie von einer Mindmap gehört haben, das ist eine Art Baum mit Ästen). Starten Sie ruhig mit Kontakten aus frühen Zeiten, z.B. der Grundschule, weiterführenden Schulen, gehen dann weiter zu ehemaligen Kommilitonen oder Ausbildungskollegen, Kurskollegen von Weiterbildungen, Urlaubskontakten, Arbeitskollegen im jetzigen Unternehmen oder früheren Unternehmen, ehemaligen Kollegen, die in andere Unternehmen gewechselt haben, bis hin zu Fachverbänden, Vereinen, Ihren Bäcker, die Floristin, mit der Sie sich jedes Wochenende nett unterhalten, die Eltern der Freunde Ihres Kindes und so weiter. Sie werden sehen, dass doch einiges zusammenkommen wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute und ein gut geknüpftes Netzwerk!

Ihre Elke Wagenpfeil

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